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ÖFFNUNGEN ZUM AUSSEN
Der Entwurf des Diagramms bei Deleuze und das Diagramm des Entwurfs bei OMA, Eisenman und UN Studio
Gabu Heindl und Drehli Robnik
erschienen in: Umbau 19, Wien 2002



"Was ist daran verwunderlich, wenn das Gefängnis den Fabriken, den Schulen, den Kasernen, den Spitälern
gleicht, die allesamt den Gefängnissen gleichen?"

Foucaults Frage ist rhetorischer Art: An der Analogie der disziplinarischen Institutionen ist nichts verwunderlich;
ihnen ist ein Schema gemeinsam, dem Benthams Panopticon als Plan und materieller Bau zur Errichtung einer
auf Sehen/Gesehen-Werden fundierten Wissensbeziehung korrespondiert. Für das vielseitig einsetzbare pan-
optische Schema, für die wechselseitige Kommutierbarkeit der Einschliessungsmilieus, prägt Foucault einen
Begriff, der in überwachen und Strafen verschiedene Namen trägt: Mal heisst er "verallgemeinerungsfähiges
Funktionsmodell [für] die Beziehungen der Macht zum Alltagsleben der Menschen", dann "allgemeines Prinzip
einer neuen 'politischen Anatomie", dann wieder "Formel für diese Verallgemeinerung" oder "reine Form". Ein
weiterer Name erfährt später eine glänzende Karriere von Aneignungen, Erweiterungen und übersetzungen:
"das Diagramm". Eine Foucaultsche Stelle, an der es heisst, das Panopticon sei "das Diagramm eines auf seine
ideale Form reduzierten Machtmechanismus", wird zum Attraktor für Deleuze' Foucault-Interpretation, die das
Diagramm zum durchgängigen Schlüsselkonzept einer allgemeinen Theorie der Macht moduliert...

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content: (c) GABU Heindl Architektur 2008