Umschließen und öffnen
In Referenz zum englischen Landschaftsgartenkonzepts des Stadtparks bildet das Gebäude einen Teil
der Parkgestaltung. Vergleichbar zu historischen Freizeitarchitekturen ist der Kindergarten ein ge-
schwungener Pavillon, der als offene Ellipse das panoptische Grundprinzip der Institution Kindergarten
positiv aus dem Gleichgewicht bringt und zum „Kinderpark“ öffnet, während ihn gleichzeitig die Land-
schaftsgestaltung wieder umschließt.
Das Öffnen zum Kinderpark und die geschwungene Form, die den gemeinsamen Innengarten bilden,
geben die Möglichkeit eines geschützten Bereichs für die Kleinkinder und verschiedene Bereiche rund
um das Gebäude für größere Kinder. Der „Spiel-Parcours“, setzt die Gebäudestruktur fort und erweitert
das „Raum-Angebot“ des Kindergartens im Außenbereich. Dabei verbinden verschiedene Übergangs-
zonen die Innen- und Außenräume.
Offener Betrieb
Das pädagogische Konzept des offenen Betriebs wird übersetzt in einen
„Plan Libre“ für die Gemeinschafts-
und Erschließungsbereiche. So werden klassische Gänge vermieden und finden sich ständig kleine Räume,
Nischen, Zonen für den offenen Kindergarten-Betrieb.
Die Gruppenräume sind Teil der offenen Gemeinschaftszone und dadurch mit allen anderen Gruppen
verbunden, jedoch als klare Räume Rückzugs- und Ruhebereich im Osten und Westen des Gebäudes
geplant. Hier kann sich der
„Raumplan“ durchsetzen, durch die Option in die Gruppenräume über kleinere
Galerien den Raum in zwei Kinderhöhen zu strukturieren.
Der historische Baumbestand ist dabei integraler Bestandteil des Kindergarten-Konzepts. Durch die Aus-
richtung der „Baum-Guck-Nischen“ nach Osten und Westen könnten die Gruppenräume nach den Bäumen
im Blickpunkt benannt werden: „Blasenbaum“, Platane“, „Bergahorn“, „Linde“, „Esche“, „Spitzahorn“, etc.
Architektur: Gabu Heindl
Team: Florent Souly, Rüdiger Suppin
Ausloberin: Stadt Wien, MA 19 Architektur und Stadtgestaltung
content: (c) GABU Heindl Architektur 2010