Licht wird erst dadurch sichtbar, dass es gebrochen oder reflektiert wird oder auf Körper fällt, die Schatten
erzeugen. Es geht im folgenden um die einfache Erkenntnis, dass mit dem Licht untrennbar auch "Licht-
pausen", also Schatten verbunden sind:
In Vita Activa vergleicht Hannah Arendt die Relation des Schattens zum Sichtbaren mit jener des Wortes
zur Tat. Und denkt man Schatten weiter - also zum Beispiel im Verhältnis von Licht und Arbeit, im Besonderen
Arbeit unter "postfordistischen" Verhältnissen, so bietet es sich an, in Zeiten der "Rund um die Uhr"- Bereit-
schaft, die sich auch in Beleuchtung ausdrückt, die Brechung des Lichts (die "Lichtpause") mit dem Wert der
Unterbrechung, der "Arbeitspause" zu vergleichen. So wie unter Bedingungen einer flexibilisierten Arbeitswelt
die Arbeitsunterbrechung zum Teil der Wertschöpfung wird - in einem immer erweiterbaren, alle Unterbrech-
ungen integrierenden System -, so hat auch das Licht seine Wahrheit im Schatten, und sein Wert zeigt sich
dort. Auch wenn der Schatten meist im Schatten des Lichts steht...
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content: (c) GABU Heindl Architektur 2008