In der gegenwärtigen postfordistischen Arbeitsorganisation sind Kommunikation, Kooperation, Flexibilität
und Mobilität Begriffe, entlang derer sich Subjekte am Arbeitsmarkt organisieren sollen. Künstlerische
Arbeit und damit verbundene Lebensentwürfe, die früher als revolutionär galten, sind plötzlich vorbildhaft
und dem neoliberalen Wirtschaftssystem willkommen. Wir gehen davon aus, dass die meisten KünstlerInnen
nicht von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben können und diversen anderen Tätigkeiten nachgehen müssen.
Diese können unmittelbar miteinander zusammenhängen, ähnlich affektiv sein, oder ganz andere Bereiche
umfassen. Auf jeden Fall gibt es eine Diskrepanz zwischen diesen Sphären, die nicht zuletzt einer seltsamen
Dichotomie in der Arbeit als KünstlerIn geschuldet scheint: so klaffen der persönliche, ideelle und gesell-
schaftliche Wert und der unmittelbar ablesbare ökonomische Wert (Verkaufspreis) meist auseinander.
Hingegen dienen die anderen Tätigkeiten dem Lebensunterhalt, werden aber oft verdeckt und als reines
Mittel zum Zweck angesehen… Unsere Fragen kreisen nun um diese Diskrepanz: wie wird Arbeit in welchem
Zusammenhang bewertet? Welche Überschneidungen gibt es? Wie definiert sich ein „Dazwischen“ und
welche Potentiale lassen sich daraus ableiten?
Ausstellungsdauer
8. Dezember 2006 – 4. Februar 2007
www.salzburger-kulturverein.at
Pressestimme
Michael Loebenstein: Schau und Wert, in: malmoe 36