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BRUT
Umbau Foyer und Bar des Theaters brut im Künstlerhaus
Manfred Hasler, Gabu Heindl, konstantin gabel, Wien 2007
Programmpunkt der "Architekturtage 2008"

Rückbau / Umbau / Selbstbau


Ein Anfang: Zusammenfinden
Raumproduktion als basisdemokratischer Prozess einer Gruppe, die sich noch gar nicht kennt. So hatte
die neue Intendanz den Umbau des dietheaters zur brut sich vorgestellt. Eingelassen auf das Experiment
haben sich die ArchitektInnen Gabu Heindl und Manfred Hasler, sowie vier Studierende der Klasse für
Bühnen- und Filmgestaltung, Universität für angewandte Kunst Wien: Ece Anisoglu, Jakob Brossmann, Julia
Miglinci und Johannes Weckl. Als Team: konstantin gabel.

Das Konzept: kollektive AutorInnenschaft
Ausgangspunkt der Workshops ist eine intensive, investigative und kritische Auseinandersetzung mit allem
Vorgefundenen. Ideen werden gesammelt, zirkulieren. Nach intensiver Diskussion werden sie verworfen oder
immer besser oder später neu erfunden. Nicht der Geschmack, sondern die Haltung und Performativität der
Architektur stehen im Zentrum. Eine kontinuierliche Baustelle ist Inhalt und Form. Es geht darum, den
Prozess der Raumproduktion offen zu legen.

Rückbau / Umbau / Selbstbau
Anstatt modernistischer „tabula rasa“ geht es im brut-Umbau darum, schichten der Geschichte der Räume
freizulegen, sowie deren physische Charakteristika zu verstärken. Metallverkleidungen runter von der Wand,
Blenden weg, was zeigt sich darunter, dahinter? Wir kratzen die Farbe von der Wand, ganz lange. Später
malen wir dann. Vielleicht. Die Räume verstehen sich als Spielfelder für Atmosphäre, Material, Licht,
Geräusche, Gerüche.

Gefundenes / Recyceltes / Entwickeltes
Es finden sich Spuren, Kratzer, Flecken, die in dieser Prägnanz gar nicht geplant hätten werden können.
Oder war genau das der Plan? Die geringen Mittel zwingen zum genauen hinschauen und überprüfen. Was
könnte wiederverwendet werden? Die Leuchten des alten Fheaters formen sich zu einem Luster für brut. Im
Nachbarlokal wird ein Terrassenboden entsorgt, wir spielen mit den Begriffen Innen und Aussen, was liegt
näher, als das Holz in der brut-Bar zu verwenden? Wenige konzeptuelle Parameter sorgen für einfache
Komplexität: die Wölbung des alten Holzes ergibt unterschiedlich breite Fugen, sowie ein dynamisches
Schleifbild, das nicht entworfen ist, sondern über das Zusammenspiel des Materials mit der Verarbeitung
entsteht. Unbehandelte Holzkisten bewegen sich im Foyer durch den Raum und seine Funktionen: Gespräche
und Begegnungen aller Art, kleine Filmscreenings, Performances und Vernissagen finden hier statt, und
manchmal mutiert das Foyer zu einem Dancefloor.

Nicht zuletzt: kein Ende
Einer Kultur reibungsfreier Abfertigung stehen haptische, raue Räume gegenüber. Das im weitesten Sinne
unfertige Haus versteht sich als dauerhafte Einladung, den Raum zu ergreifen und ihn zum Schauplatz einer
Auseinandersetzung zu machen. KünstlerInnen und BesucherInnen hinterlassen Spuren, die sichtbar bleiben.










BRUT
conversion of foyer and bar of the experimental theater brut in the Künstlerhaus
Manfred Hasler, Gabu Heindl, konstantin gabel, Vienna 2007
part of the "Architekturtage 2008"

Do-It-Yourself Construction
Rather than in the mode of modernistic “tabula rasa”, the re-modeling of the brut theatre is based on
revealing layers of history within the space and emphasizing its characteristics. Selected walls are
being scraped and stripped, in order to find what was before. Which atmospheres, materials, lights,
sounds, smells have been assembled throughout time?

We found marks, scratches, blots, dots, with proper characteristics, which could not have been designed.
The low budget forced us to look precisely and to reassess what could be re-used: various used lamps
are re-assembled, in our heads and hands, to an enormous new (up-cycled) luster for the theater.

While we were discussing the reversal of inside and outside, the neighboring restaurant got rid of an
outdoor wooden terrace: hence, their old and worthless wood became the material for the new floor and
bar counter of the new brut bar. The weathered raw material only needed few conceptual parameters to
create new complexity: With few mechanical forces, like sanding it, its bent edges and uneven graying
created a floor pattern, which also could not have been designed or foreseen.

Additionally we built boxes from untreated wood, which would soon collect traces of use, while they move
through the space and function as space-markers of all kind: used differently for performances and
openings, for meetings and discussions, or when the foyer becomes a dance-floor.

Within an often smooth and over-designed cultural landscape, brut is rough, haptic and unfinished; meant
as an ongoing invitation to take hold of the space and use it as a site for dispute, to leave traces and
to change it.



Auftraggeberin / Client
brut im Künstlerhaus, Koproduktionshaus Wien GmbH, Karlsplatz 5, 1010 Wien

Planung und Ausführung / Planning and Realization
2007

Team
Manfred Hasler, Gabu Heindl, konstantin gabel: Ece Anisoglu, Jakob Brossmann, Julia Miglinci, Johannes Weckl

Pressestimmen / Press


content: (c) GABU Heindl Architektur 2008